Letzte Woche war ich fünf Tage mit meiner Freundin in London. Im Großen und Ganzen war es wirklich toll. Die Stadt hat einiges zu bieten, und dies nicht nur in Sachen Sehenswürdigkeiten. Noch nie zuvor habe ich so viele Nationalitäten auf einem Haufen gesehen, noch nie waren die Unterschiede zwischen arm und reich so greifbar, noch nie waren die Eintrittspreise in Sehenswürdigkeiten so hoch, noch nie habe ich für einen einfachen Caesar Salat umgerechnet etwa 16€ bezahlt. London ist teuer, toll, dreckig, sehenswert, grausam, voll, …

Nun aber ohne weitere Quasseleien ein paar Eindrücke. Festgehalten mit meiner lieben Rolleiflex auf Kodak Tri-X400. Hach <3

Spürsinns HCD-S ist einfach <3 !!

In vielerlei Hinsicht ist es mein erster Film gewesen. Der erste Film in der neuen, alten Rolleiflex, der erste Film den ich komplett selbst entwickelt habe, der erste Film den ich zuhause entwickelte, der erste Film, den ich mit meinem neuen Scanner einscannte und auch der erste Film, bei dem ich die Entwicklung direkt versaut habe. Dazu aber später mehr.

Wie ich ja bereits freudestrahlend berichtete, habe ich eine Rolleiflex ergattert. Nun, die musste ja auch auf Funktion getestet werden, also kam direkt ein HP5 hinein (auf ISO100 belichtet), dann ein wenig mit Tillas Belichtungsmesser und der Kamera durch die Gegend gewandert und so relativ jeden Mist fotografisch festgehalten. Danach mit Tillas Wechselsack (mittlerweile ist mein eigener auch da) nach Haus und den Film entwickelt. Nun ist auch mein Scanner, ein Epson v500, angekommen und ich habe die Negative eingescannt.

Tja, und die Entwicklung habe ich natürlich direkt mal versaut. Den Fixierer 1:3 angesetzt (normal 1:4 bis 1:7), bei dem Entwickler nicht auf die Temperatur (normal 20°C; Wasser kam direkt aus der Leitung, hatte aber auch so etwa 22°C) geachtet, die Entwicklungszeit und Fixierzeit irgendwie auch relativ Pi mal Daumen und aus dem Bauch heraus entschieden, da ich zu spät die Uhr anstellte. Also eigentlich alles, was man falsch machen kann, ging schief. Aber es sind trotzdem ganz ordentliche Bilder bei rausgekommen und ich freu mich. Riesig. Zum einen, dass die Rolleiflex gut funktioniert, zum anderen natürlich, dass die Entwicklung doch ganz gut geklappt hat, mein Wechselsack und der Scanner da sind und ich nun alles fix zuhause entwickeln und bearbeiten kann.

Lange Rede, kurzer Sinn, hier sind ein paar Bilder.

Also mal ganz ehrlich, ist es wirklich so schwer die Mundwinkel mal ein wenig hochzuziehen? Nur ein ganz klein wenig? Man geht in die Stadt und könnte meinen, jeder einzelne hat gerade die Nachricht über den baldigen Tod oder eine ähnlich lebensverändernde Neuigkeit erhalten. Gehen denn heute wirklich alle zum Lachen in den Keller? Haben alle grauen Star oder wieso ist ihnen das Funkeln aus den Augen gewichen? Keine Lebensfreude mehr? Klar läuft nicht immer alles super, man hat mal einen schlechteren Tag, ist krank oder sonstiges. Aber ist das wirklich Grund genug, gleich alle Gesichtsmuskeln hängen zu lassen?

Man sitzt mit Freunden irgendwo in einem Café, erzählt und lacht und wird von angrenzenden Miesepetern, Stinkstiefeln oder sonstigen chronisch schlechte-Laune-habenden Menschen blöd angeguckt und kassiert zu allem Überfluss womöglich auch noch einen dummen Spruch. Stört mich alles nicht weiter, denn schlechte Laune ist zum Glück nicht willkürlich ansteckend. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich wirklich mal durchgängig einen Tag lang schlecht gelaunt war. Na ja, vielleicht bin ich ja eine Ausnahme? Ich hoffe nicht.

Ein Lächeln, Lachen oder Schmunzeln kostet nichts, versüßt einem den Tag, hält einen am Leben. Und es sieht im Allgemeinen auch noch wesentlich besser aus, als irgendeine Trauermiene. Und wie wir alle wissen;

Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag. Charlie Chaplin

Also, geht raus, lacht was das Zeug hält, habt gute Laune und tut euch selbst einen Gefallen damit.

(Ausgenommen natürlich alle Menschen, denen wirklich gerade etwas schlimmes passierte, aber das kann absolut nicht die Mehrheit sein!)

Zaz

Zaz. Aberwitziges Wort. Ein Sinn erschließt sich mir nicht und jeder Versuch es auszusprechen klingt hart und kantig. Nicht schön. Setzt man allerdings z gleich s, klingt es weicher, bekommt es einen gewissen Charme. Zaz, 1980 als Isabelle Geffroy geboren, ist eine französische Sängerin. Ich habe nicht viel Ahnung von Musik, aber es soll in die Richtung Nouvelle-Chanson gehen. Na ja, sei’s drum. Ich kaufte ihr Album. Aufgrund des Liedes Nummer zwei auf dem Album – »je veux«. Und ich muss sagen, ich bin froh es getan zu haben. Sie singt über Leben, Liebe, Freiheit und Glück, nachdenklich oder voller Freude.

Ich versteh allerdings kaum ein Wort. Die ein oder andere Vokabel, das war es dann aber auch. Und trotzdem macht das Album Spaß. Viel, viel Spaß. Man hört einfach zu. Der Melody und ihrer Stimme. Ohne sich groß Gedanken über Text und Sinn der Lieder zu machen. Sei es beim Autofahren oder beim Kochen, ein gewisser Swing, eine Prise Leichtigkeit macht sich breit. Hervorragend. Kaufen. Los!

Ach ja, das Album heißt übrigens Zaz, besitzt elf Lieder und gibt es zum Beispiel bei iTunes schon für 9 Taler 99.

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