Steffen schrieb drüben auf stilpirat.de darüber, dass einem die ersten 18 Jahre genauso lang vorkommen, wie die restliche Zeit des Lebens. Es liege wohl daran, dass immer wiederkehrende Ereignisse in unserem Gehirn zu einem Ereignis zusammengefasst werden. Da man aber in den ersten 18 Jahren des Lebens immer wieder Premieren, erste Male oder wie auch immer man es ausdrücken möchte, erlebt, kann unser Gehirn diese unterschiedlichsten Ereignisse nicht zu einem kollektiven Ganzen zusammenfassen. Folglich kommt uns die Zeit länger vor, wir erleben mehr. Immer wieder neues.

Ich bin vor nun mehr als 6 Jahren über diese 18 Jahres Grenze getreten und ich muss sagen, es fühlt sich jetzt schon alles viel zu schnell an. Neulich war erst Silvester, nun hab ich schon wieder Geburtstag gehabt und bald ist wieder Weihnachten. Ich will nicht meckern oder ähnliches, aber dies ist einfach mein momentanes Gefühl. Und das ist ekelhaft. Man sitzt ständig nur vor irgendwelchen Uni Hausaufgaben, Büchern die man durchackern muss oder will und kommt aus diesem Trott nicht wirklich raus. Schlafen – duschen – essen – Uni – essen – Uni – essen – schlafen. Trinken irgendwann zwischendurch. Und nebenher?

Deswegen müssen wieder Premieren her. Viele. Ständig. Ich will nicht sagen ununterbrochen, denn so eine gewisse Routine und einen geregelten Tagesablauf sollte in meinen Augen jeder in irgendeiner vertretbaren Art und Weise haben, aber schon so, dass nicht zu viel Zeit ins Land streicht, bis eine neue hinter der nächsten Ecke auf einen wartet. Das Leben hat viel zu viel tolle und interessante Dinge zu bieten und es lohnt sich, nach diesen Dingen ausschau zu halten, sie zu suchen, immer und immer wieder. Jedenfalls wenn man ein Mensch mit einer gewissen Grundinteressiertheit ist. So wie ich.

Seit dem ich mich mit der Fotografie beschäftige, bin ich über eine Schwelle getreten, hinter der schier unendlich viele Premieren auf einen warten. Man kann sie förmlich wie die Kirschen vom Kirschbaum pflücken. An einem warmen, sommerlichen Abend. Und letzte Woche bekam ich die Möglichkeit, eine ziemlich weit oben hängende zu erreichen. Die Leute von Spürsinn gaben mir die Möglichkeit, einen Film, den ich und meine Freundin mit der alten Nikon belichteten, zu entwickeln. So ein wenig mit Anleitung und so. Wieso und weshalb ich das durfte, sei einfach mal außen vor, ich durfte halt. So. Im Vorfeld habe ich viel darüber gelesen, stand immer wieder kurz davor mir die nötige Chemie, einen Wechselsack und alle anderen notwendigen Utensilien zu besorgen und zuhause einfach loszulegen. Doch irgendwie hatte ich immer Bedenken, es könnte komplizierter sein, als gedacht, ich könne in Panik geraten und der Film sei dahin. Ich bin niemand der für alles und jedes eine Anleitung braucht. Lerne auch lieber autodidaktisch. Aber jemanden mit ein wenig Erfahrung dabei zu haben, kann ja vielleicht nicht schaden. Jedenfalls ging es mir bei dieser Sache so.

Ich habe nun also wirklich da gesessen, mir vorher alles zeigen lassen, wie die Entwicklerdose zusammengesetzt wird, wie der Film auf die Spule gewickelt wird, wie ich die Filmdose am Besten aufbreche, … Und als ich dann die Utensilien in den Wechselsack stellte, ihn verschloss, die Hände samt der Arme darin versenkte und hoffte, dass alles ganz schnell und unkompliziert von der Hand ging, kam ich wirklich etwas ins Schwitzen. Zum einen wird es in diesem mit Blei überzogenen Sack wirklich ziemlich schnell ziemlich warm, zum anderen habe ich die bescheuerte Filmdose nicht aufbrechen können. Aus Angst, den Film zerreißen zu können. Bis ich mir ein Herz fasste und dachte, scheiß drauf. Dann ging alles ganz schnell. Film von der Rolle etwas abrollen, die Filmzunge abschneiden, den Film in die Einschubvorrichtung der Spule schieben, ein wenig die Hände drehen, Film von der Rolle abschneiden, Spule auf die Tülle der Entwicklerdose stecken, in die Dose stellen, Dose zudrehen, Arme raus.

Dann wurde die Chemie angerührt, 20°C Entwicklungstemperatur, bei 10:15 Minuten Entwicklungszeit. Vorwässern, Chemie rein, Dose schwenken, Dose stampfen, wiederholen, Chemie raus, Stoppbad (Wässern), Fixierer rein, schwenken, stampfen, wiederholen, Fixierer raus und Endwässern. Und siehe da, es war etwas auf dem Film. Und es überkam mich ein unglaublich tolles Gefühl und ich war irgendwie stolz auf das, was da vor mir lag. Der Film lag dann noch etwas im Wasser und kam schlussendlich an die Wäscheleine.

Im Nachhinein kann ich wirklich sagen, hört es sich vorher wirklich komplizierter an, als es nun wirklich war. Und wenn man dran bleibt, und immer mal wieder einen Film entwickelt, wird es irgendwann zur Routine. Zu einer gefährlichen Routine.

Nun liegen die Negative hier bei mir zuhause und ich suche verzweifelt nach dem Scanner meines Vertrauens, um sie einscannen zu können und Abzüge davon bestellen zu können. Denn selbst Abzüge von meinem Film zu machen, das wird eine andere Premiere, die aber wohl noch ein wenig Zeit hat.

Hin und wieder hat unser deutsches Fernsehen auch noch etwas anderes zu bieten als dämliche Verarsche-Call-Quizshows oder dümmliches Hartz4-TV. Ein wenig Bildungsfernsehen. Und wenn es dann auch noch eine Dokumentation über das eigene Heimatland ist, tja, dann schaut man doch noch lieber hin. Ich jedenfalls. Das ZDF zeigt jeden Sonntag die Sendung Terra X. Teil der Sendung ist eine dreiteilige Reise durch Deutschland. Und zwar von oben. Die Oberthemen sind Stadt – Land – Fluss. Und es ist wirklich sehenswert. Ein absolut total, hyper, mega, ernst gemeinter Tip, denn ich bekomme kein Geld dafür. Leider. Zu sehen gibt es das ganze in der ZDFmediathek.

StadtMan blickt aus der Luft auf Deutschlands Städte und entlockt ihnen die ungewöhnlichsten Perspektiven und so manches Geheimnis. Etwa bei der Fahrt mit dem einzigen deutschen Zeppelin.
LandWeiter geht die Reise über das Land: Wir sehen Steinböcke im Allgäu, verfolgen Luchse, besuchen das einzige Wildpferd-Reservat Europas. Ein- und Aussichten in Naturschutzgebiete und Kulturlandschaften.
FlussDer dritte Teil der Reise über Deutschland zeigt Küstengebiete, Seen und das Flussverkehrsnetz, aber auch Maßnahmen zum Umweltschutz und der Landgewinnung.

(Beschreibung aus der ZDFmediathek)

Es handelt sich dabei um die zweite Staffel dieser Reihe. Teil 1 findet man auch in der Mediathek, habe ich mir aber selbst noch nicht angeschaut und will hier deswegen auch noch keine Empfehlung aussprechen. Denn, wer kauft schon gern die Katze im Sack? Hrmpf, mal wieder das Phrasenschwein füttern. Yay.

Da das Wetter draußen mal wieder absolut beschissen war und mich auch hier drin total deprimierte, musste ein kleiner Tapetenwechsel auf dem Desktop her. Also ein kleiner Blick in den Lightroomkatalog, ein wenig hier gesucht, ein wenig da gesucht und schau an, etwas im passenden Frühlings-Sommer-Wärme-Look gefunden. Das Bild ist etwas über ein Jahr alt und verstaubte schon ein wenig auf der Festplatte, aber ich finde, das noch mal raussuchen hat sich gelohnt. Ein oder zwei Regler angepasst und ab dafür.

Wer will, kann sich das Bild als 1920×1080 Wallpaper herunterladen (Rechtsklick -> Verknüpfte Datei speichern unter…).

(Endlich mal wieder ein Blogpost, YEAH!) Gestern hieß es endlich mal wieder Freizeit genießen. Das Wetter versprach schön zu werden, meine Freundin und ich hatten absolut keine Lust mehr in der Wohnung am Schreibtisch zu sitzen und etwas für die Uni zu machen und der Elbauenpark Magdeburg bot sich nach einem kurzen Blick in das allgegenwärtige Internet förmlich für einen entspannten Ausflug an.

Schnell war eine Tour von Salzgitter nach Magdeburg gefunden, die groben Navigationspunkte notiert und die Kameratasche gepackt. Endlich mal wieder fotografieren, dachte ich. Die Vorfreude war riesig und wurde auch nicht dadurch getrügt, dass unser Auto noch nichts von einer Klimaanlage gehört hat. Die Fahrt bis Magdeburg war völlig ruhig und die Strecke gut beschildert. In Magdeburg angekommen, lies diese allerdings arg zu wünschen übrig und wir suchten 20 Minuten nach dem richtigen Weg. Ein Navi hätte uns sicherlich schneller ans Ziel gebracht, ich hatte mein iPhone auch dabei, aber man fühlt sich ja auch ein wenig in seiner Ehre gekränkt, wenn man den Weg nicht auch so irgendwie findet. Sei’s drum, wir sind angekommen.

Der Eintritt war an diesem Sonntag kostenlos (regulärer Eintritt für Studenten: 2€). Des Weiteren gab es ein großes Event für Kinder – “Das große Hüpfen”. Es waren Hüpfburgen in allen Farben und Formen aufgebaut, mit Wasser, ohne Wasser, Trampuline und alles, worauf man sonst noch so hüpfen konnte. Es gab Zirkusshows und sogar eine Falknerei war vor Ort und hat einiges zu den majestätischen Tieren erzählt und auch einige Fliegen lassen. (Wir haben dies leider nur von weiter weg mitbekommen, da wir zu dem Zeitpunkt im Café saßen. Deswegen gibt es auch leider keine Bilder davon.)

Der Elbauenpark hat aber auch sonst einige Highlights zu bieten. Es gibt eine Sommerrodelbahn, einen Kletterfelsen (leider nur mit eigener Ausrüstung nutzbar) und einiges mehr. Das Schmetterlingshaus hat es mir besonders angetan. Dadrin war es zwar noch mal gute 10°C wärmer und die Luftfeuchtigkeit lag bei ungefähr 700%, aber es hat sich wirklich gelohnt (siehe Fotos unten).

Der eigentliche Trumpf des Elbauenparks ist jedoch der Jahrtausendturm. Auf 5 Ebenen ist so ziemlich alles ausgestellt, was die Menschheit bisher geschaffen hat. Angefangen von den frühesten Hochkulturen, über antike Medizin, hin zu Mathematik, Alchemie und Weltbildwandel. Auf den höheren Ebenen wird einiges der Gegenwart erzählt, unter anderem über Gentechnik, Kernenergie, Raumfahrt, und ein Blick in die Zukunft gewagt. Für mich als wissenschaftsinteressierten Menschen absolut begeisternd. Man sollte sich allerdings wirklich viel Zeit nehmen, um einmal durchzurennen, wie wir es aus Zeitgründen machen mussten, ist er wirklich zu schade. Deswegen wird der Turm definitiv noch einem meinen Weg kreuzen. Oder ich seinen.

Die Rückfahrt war leider weniger erfrischend. Zuerst war die Beschilderung und Wegweisung zu der A2-Auffahrt so dermaßen schlecht, dass wir erstmal 20km über Land in die falsche Richtung fuhren (die Schilder sagten, es sei der korrekte Weg!), dann war auf der A2 ständig stockender Verkehr und ein geplatzer LKW-Reifen tauchte auch noch plötzlich bei 150km/h auf der mittleren Spur auf. Und das alles bei geschätzten 100°C! Ein Cabrio wird demnächst pflicht. Wer schenkt mir Geld?

So, genug geschwafelt, fahrt einfach mal hin und bildet euch ein wenig!

Update. Für die, die es nicht erkennen, die relativ undefinierbaren Dinge die an das Styropor geklebt sind, sind Schmetterlingspuppen. Unter dem Bild ist ein Schmetterling, welcher sich gerade aus seiner Verpuppung befreit.

Letzten Donnerstag machte mich Jan mit folgendem Tweet auf ein Video aufmerksam. Zu sehen war eine sympathisch wirkende Frau, Eva, dann noch eine Frau, Malin, auch sympathisch lächelnd, selbstgebackenes Brot, Brot mit Kohle, Sauerteigbrot, anderes Brot, Käse, Brotaufstriche. Sie sprachen über viel Zeugs. Unteranderem auch über Malins Projekt namens “the bread exchange”. Mehr dazu auf ihrem Blog oder der Facebookpage.

Bei so viel Essen bekommt man schon richtig Appetit. Scheinbar war das aber noch nicht genug, denn Eva traf anschließend noch den Food-Stylisten Stevan. Er erklärte ihr, wie man Gerichte in das richtige Licht rückt und brachte auch noch ein leckeres Rezept mit. Die Tortilla-Pizza. Schneller und gesünder als eine Tiefkühlpizza – so seine Worte. Ich will nicht mehr vorwegnehmen als: Ultramegahyperlecker!

Die, doch relativ überschaubare, Einkaufsliste:

Tortilla-Fladen,
Frischkäse,
Basilikum,
Knoblauch,
Salz,
Pfeffer,
Tomaten,
rote Zwiebel,
grüne Oliven,
Mozzarella.

Den Frischkäse in eine Schüssel geben, Knoblauchzehe würfeln, Basilikum hacken und beides zu dem Frischkäse geben. Daraus eine Creme herstellen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Frischkäsecreme auf den Tortillafladen streichen, mit Zwiebeln, Oliven, Tomaten und Mozzarella belegen und dann für etwa 3-5 Minuten in den 230°C heißen Ofen. Man muss ziemlich aufpassen, denn die Tortilla werden ziemlich schnell ziemlich braun. Leider war ich so in die Zubereitung vertieft, dass ich die Kamera total vergessen habe und ich keine foodstylischen Bilder gemacht habe. Na ja, beim nächsten Mal dann.

Pilze, Avocado, Zucchini, Thunfisch, … sind sicherlich auch gute Zutaten, die bei der passenden Gelegenheit mal ausprobiert werden. Das Originalrezept und das Video gibt es in Evas Blog, welcher übrigens in keinem Feedreader fehlen sollte.