Mit dieser Cyanotypie bin ich um einiges zufriedener als mit der Letzten, kann aber gar nicht genau sagen warum. Auch hier wieder recht weit auslaufende Seitenränder, die dieses Mal aber irgendwie besser mit den Haaren harmonieren. Die bescheidene Qualität des Scans ist das Einzige, was mich hier wirklich stört. Nicht mal unbedingt vom Motiv, aber dieses glänzende und in allen Farben schimmernde Weiß vom Papier. Außerdem muss man das Ding sowieso in die Hand nehmen.

Das Ausgangsbild ist aus der gleichen Serie, wenn man es denn so nennen möchte und ich überlege schon seit einiger Zeit, ob ich es denn nicht mal zeigen sollte. Aber mal sehen, vielleicht später.

Am heiligen Abend lies ich meine schnuckelige Digitale in der Tasche und wollte den Abend mit der guten alten Lady festhalten. Da die Rolleiflex keinen internen Belichtungsmesser besitzt, iPhone gezügt, eine der zahlreichen Belichtungsmesser-Apps geöffnet, kurz mal durch den Raum gemessen, einen eigentlich optimistischen Mittelwert bestimmt, um nicht bei jedem Schnappschuss vorher extra messen zu müssen, Tri-X400 eingelegt und auf ISO 3200 belichtet. Blende war bei 3.5, Belichtungszeit auf ~1/30 Sekunde. Licht kam eigentlich nur vom Weihnachtsbaum und den brennenden Kerzen des Adventskranzes. Richtig schön, eigentlich.

Gestern nun die ernüchternde Feststellung: ich brauche dringend einen vernünftigen Belichtungsmesser und das Fokussieren bei Dunkelheit durch den Lichtschacht der Rollei ist nicht gerade einfach. Alle Aufnahmen sind weit unterbelichtet und wenn mal etwas zu erkennen ist, klappte die Fokussierung nicht wirklich. Warum die Belichtung so in die Hose gegangen ist, weiß ich nicht genau, aber vermutlich hatte ich beim Messen einfach zu oft die Lichter vom Baum im Bild. Ein einziges ist annähernd so geworden wie ich es wollte, ein unscharfer Weihnachtsbaum.

Sei’s drum, Weihnachten kommt jedes Jahr und da noch einiges an Zeit bis dahin ins Land geht, werd ich bis dann entweder einen Beli gekauft haben oder ich kann Belichtung gut schätzen oder ich habe eine andere Kamera oder ich werde es einfach mit der gleichen Kombination wieder versuchen, oder…

Archivfund: Hamburger Hafen.

Was rechts im Bild passiert ist, weiß ich nicht genau, jedenfalls ist es, soweit ich mich erinnere, auf dem Negativ auch so, kann also nicht vom Scan kommen. Undicht kann die Nikon aber eigentlich auch nicht sein, ist das einzige Bild auf dem es passiert ist. Na ja, mal beobachten.

Schon lange habe ich das Chemiepaket hier stehen, schon lange habe ich damit keine Cyanotypien mehr gemacht, seit langem wollte ich schon mal wieder was machen und seit kurzem habe ich auch endlich wieder etwas Lust dazu. Und da ich den Abend zuvor auch noch eine kleine Serie meiner Freundin aufnahm, bei der sich das ein oder andere Bild meiner Meinung nach schon gut für eine Cyanotypie eignen würde, kam direkt mal dieses Nägelköpfeprinzip zur Anwendung.

Mit den Ergebnissen bin ich zuerst einmal zufrieden, allerdings ist mir wieder einmal aufgefallen, wie schnell sich bei mir der Geschmack in Sachen Fotografie, Bildausdruck und sonst was ändert. Zum Beispiel fand ich diese weit auslaufenden Linien (linker Rand) in der Anfangszeit in der ich mich mit dem Thema Eisenblaudruck befasste, total spannend und toll. Bei diesem Bild passt es mir überhaupt nicht und ich werde wohl ein weiteres Mal mit diesem Motiv arbeiten, diesmal aber mit einem kompakteren Rand (wie rechts). Außerdem mag ich diese ganz dunkelblauen Stellen nicht mehr. Kontrast hin oder her, ich glaub ich brauche bei den nächsten Bildern noch mehr Mitteltöne und Lichter (linker + unterer Bildteil), statt der dunklen Schatten (rechts oben).

Außerdem mag ich das größere Format. Die kleinen 15×15 Sheets sind zwar schön und gut, aber irgendwie wirkt es in groß einfach noch mal um einiges mehr. Kann aber auch wieder sein, dass es, wie beim Rand, auf das Motiv ankommt. Zwischenzeitlich kam mal die Überlegung, auf VanDyke zu wechseln, einfach wegen des Bildausdrucks aufgrund der Farbe, allerdings glaube ich, sind Erfahrungen mit der Cyanotypie nicht verkehrt, wenn ich irgendwann mal VanDyke machen sollte.

Von daher, gogo cyanotype!

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