Vormittags war ich mit meiner Mutter und meiner Freundin wegen Weihnachtseinkaufsbastelgedöns ein wenig in der Stadt unterwegs, danach im Vapiano lecker Nudeln essen (leider doch ein wenig sehr scharf gewesen) und dann wollte ich gegen Nachmittag nur noch mal ganz kurz bei Spürsinn reinschauen und mir ein paar Filme und PhotoFlo mitnehmen. Ja, nur mal ganz kurz. Denkste. Aus nur mal ganz kurz wurden schnell knappe vier Stunden und die waren wieder einmal sehr interessant, spannend, verwirrend, gesprächig, … . Wir waren ein wenig in die Dunkelkammer, sind kurzfristig an einfachsten mathematischen Zusammenhängen gescheitert, haben Michas Toner in Aktion erlebt (geiles Teil übrigens), Papier zerschnitten, nur ein ganz klein wenig rumgelästert, Dauerlicht am Vergrößerer angeschaltet (ist trotzdem ziemlich gut geworden) und noch einigen anderen Quatsch gemacht. Alles in allem – guter Tag.
Dienstag Abend kurz vor siebzehn Uhr. (Ja, ich weiß, man schreibt Zahlen nur bis zwölf aus… Fresse!) Genau der richtige Zeitpunkt für ein Experiment. Ich ging mit einem ISO3200 Film auf die Straße und stellte Blende 4 sowie 1/25 Sekunde Verschlusszeit an meiner Rolleiflex ein. Da ich durch den Lichtschachtsucher, verbunden mit Nebel und Dunkelheit, leider schon nicht mehr wirklich viel erkennen konnte, stelle ich zudem den Fokus auf unendlich und hielt sie einfach Pi mal Auge irgendwo hin. Und das ist auch schon die komplette Erklärung für den interessant, informativen Titel. Blöd, was?
Entwickelt hab ich den Film danach 3 Minuten in HCD-S und 9:30 Minuten in HCD-2. Wie oft ich geschwenkt habe und ob die Temperatur die komplette Zeit bei 20°C war, weiß ich nicht mehr. Wer eine Geschichte braucht, könnte den Titel nehmen. Dazu war es wie schon erwähnt neblig. Und kalt. Aber ich mag sie auch ohne. Also, Geschichte.
Endlich mal wieder nicht nur auf der Couch fläzen und auf den Laptop gucken. Gute Idee.






So oder so ähnlich habe ich meine Freude wohl in die Welt hinausgeschrien. Grund dafür war eine EMail die mich heute morgen von meiner Lieblingspackstation erreichte, mit der Nachricht, dass meine bestellten Abzüge angekommen seien und ich sie durch Einschieben meiner Packstationskarte und Eingeben meiner persönlichen, geheimen und super komplizierten PIN-Nummer abholen könne.
Ich hab noch schnell die Brötchen vom Bäcker geholt, danach in Norwegermanier zurück zum Auto gewalkt und auf auf zur Packstation, die leider viel zu weit weg ist um zu Fuß dorthin zu gelangen. Jedenfalls morgens um halb 9, wenn man noch keinen Kaffee getrunken hat und draußen unglaublich frostige Temperaturen von bestimmt -40°C herrschen. (Nein, ich musste das Auto nicht von einer zentimeterdicken Eisschicht befreien, von daher werden es wohl noch über 0°C gewesen sein. Oder knapp darunter. Ist ja auch egal, war jedenfalls kalt.)
Nachdem der Kaffee aufgesetzt, der Frühstückstisch gedeckt und das Lieblingsmädchen geweckt waren, konnte ich mich den Abzügen widmen. Die Spannung beim Aufreißen des Kartons wurde von der Euphorie beim Anschauen der Fotos abgelöst. Es ist immer wieder erstaunlich, wie vollkommen anders Bilder auf Papier in der Hand im Gegensatz zu den gleichen Bildern auf dem Monitor wirken. Ob es allein die haptische Wahrnehmung ist oder ob da noch andere Dinge mitspielen, weiß ich nicht. Es ist jedenfalls ein absolut geiles Gefühl, seine eigenen Bilder in der Hand zu halten.
Was ich also eigentlich sagen will: Lasst Abzüge von euren Bildern machen! Oder wenn ihr analog fotografiert und die Möglichkeit der Nutzung einer Dunkelkammer habt, macht sie selbst! Gebt euch nicht damit zu frieden, dass die Bilder auf der Flimmerkiste gut aussehen, sie in der Hand zu halten ist einfach lim(x^x) für x → ∞ mal geiler. (Für alle, die mit Mathe nichts am Hut haben: lim(x^x) für x → ∞ = unvorstellbar viel.)
So langsam wird es zwar langweilig, aber ich poste trotzdem mal wieder nur Bilder. Dieses Mal die ersten Farbbilder die ich mit der Rolleiflex gemacht habe. Ich bin von dem Film so ziemlich durchweg begeistert und er hat sich jetzt schon einen festen Platz in meiner Filmschachtel gesichert. Da ich Farbfilm (noch) nicht selbst entwickle, suchte ich mir ein gut aussehendes Fotolabor in meiner Nähe und bin bei Printax gelandet. Sehr freundliche, nette Menschen dort, die Entwicklung ging schnell und alles war total unkompliziert. Habe bei den Negativen keinerlei Fehler gefunden, anfangs war zwar nach dem Scannen ein Kratzer zu sehen, allerdings musste ich mit bedauern feststellen, dass dieser auf dem Scanner ist. Na ja, shit happens. So, Fotos nun.
Rolleiflex. Fuji Color PN 160NS. Schön smooth.




Heute dann mal ohne viel Text Teil zwei der Rügenbilder. Canon 50D. Carl Zeiss Planar T* 1,4/50. Alles schön bunt.



