Letzten Donnerstag machte mich Jan mit folgendem Tweet auf ein Video aufmerksam. Zu sehen war eine sympathisch wirkende Frau, Eva, dann noch eine Frau, Malin, auch sympathisch lächelnd, selbstgebackenes Brot, Brot mit Kohle, Sauerteigbrot, anderes Brot, Käse, Brotaufstriche. Sie sprachen über viel Zeugs. Unteranderem auch über Malins Projekt namens “the bread exchange”. Mehr dazu auf ihrem Blog oder der Facebookpage.
Bei so viel Essen bekommt man schon richtig Appetit. Scheinbar war das aber noch nicht genug, denn Eva traf anschließend noch den Food-Stylisten Stevan. Er erklärte ihr, wie man Gerichte in das richtige Licht rückt und brachte auch noch ein leckeres Rezept mit. Die Tortilla-Pizza. Schneller und gesünder als eine Tiefkühlpizza – so seine Worte. Ich will nicht mehr vorwegnehmen als: Ultramegahyperlecker!
Die, doch relativ überschaubare, Einkaufsliste:
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Tortilla-Fladen
Frischkäse
Basilikum
Knoblauch
Salz
Pfeffer
Tomaten
rote Zwiebel
grüne Oliven
Mozzarella
Den Frischkäse in eine Schüssel geben, Knoblauchzehe würfeln, Basilikum hacken und beides zu dem Frischkäse geben. Daraus eine Creme herstellen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Frischkäsecreme auf den Tortillafladen streichen, mit Zwiebeln, Oliven, Tomaten und Mozzarella belegen und dann für etwa 3-5 Minuten in den 230°C heißen Ofen. Man muss ziemlich aufpassen, denn die Tortilla werden ziemlich schnell ziemlich braun. Leider war ich so in die Zubereitung vertieft, dass ich die Kamera total vergessen habe und ich keine foodstylischen Bilder gemacht habe. Na ja, beim nächsten Mal dann.
Pilze, Avocado, Zucchini, Thunfisch, … sind sicherlich auch gute Zutaten, die bei der passenden Gelegenheit mal ausprobiert werden. Das Originalrezept und das Video gibt es in Evas Blog, welcher übrigens in keinem Feedreader fehlen sollte.
Update. Weil die Tortilla-Pizza einfach so dermaßen gut schmeckt, musste sie endlich mal wieder gemacht werden und diesmal habe ich auch an die Fotos gedacht.



Prokrastination (lat. procrastinatio „Vertagung“, aus pro „für“ und cras „morgen“). In der letzten Zeit wird alles verschoben, was irgendwie verschoben werden kann. Abwaschen, Staubsaugen, Wäsche bügeln. Hauptsächlich allerdings die Dinge, die in meinem Leben momentan eine der höchsten Prioritäten innehaben sollten. Und das sind die Dinge, die in irgendeiner Art und Weise mit dem Studium zu tun haben. Meine Freundin, Freunde und die Familie mal ganz außen vor.
Seit Anfang des Semesters habe ich hier 14 Seiten zu meinem Seminarthema liegen. Das Thema (geometric shortest path) ist super interessant. Der Text auf englisch. Ich habe kein Problem mit englischen Texten, aber ich finde keine Überwindung, mich damit zu befassen. Der innere Schweinehund sitzt tief. Der Text liegt außerhalb der Komfortzone. Abgabe ist irgendwann Mitte Juni. Vorstellung in der ersten Juli Woche. Es ist noch viel zu tun. (Gut, dass ich mich hier um einen Monat vertan habe. Not!)
Und dann noch die Abschlussklausuren. Im Laufe meines bisherigen Studiums habe ich doch die ein oder andere verschoben. Einfach weil ich zu den Zeiten, an denen ich sie schreiben wollte, was anderes getan habe und deswegen das Lernpensum nicht geschafft habe. Oder glaubte, es nicht zu schaffen. Denn eigentlich wollte man die Klausuren ja gut bestehen, was mit 2 Tagen lernen nicht möglich gewesen wäre. Jedenfalls dann nicht, wenn man das ganze Semester über nicht in der Vorlesung gesessen hat. Weil mich das Thema nicht interessierte. Ich in diesem Bereich nicht arbeiten will. Es einfach langweilig war. Und es war ja schönes Wetter, und ach, Hunger hatte man auch. Einfach aufgeschoben, kann ich ja auch später irgendwann machen. So schwer ist das schon nicht. Na ja. Früher sagte meine Mutter dazu immer »PP«, persönliches Pech. Das trifft es wohl ganz gut. Eigenverschuldetes Pech. Und ja, ich hab mir die ganze Sache selbst eingebrockt, nun muss ich die Suppe auch auslöffeln. Und zwar schnellstmöglich, denn die Klausuren müssen zum Ende des Semesters bestanden sein. Fast alle jedenfalls, denn ich will und muss mit meiner Bachelorarbeit anfangen. Aber im Moment fehlt mir dafür noch die Motivation.
Ich lenke mich mit Dingen ab, die absolut Banane sind. Fernsehen, Musik, Internet. Lese Blogs, schaue Bilder, schreibe ICQ. Und dieses Facebook. Alles Dinge, die eigentlich vollkommen unwichtig sind, auf mich aber so einen Einfluss ausüben und mich teilweise total einnehmen. Zurecht. Und ich bin mir dessen vollkommen bewusst. Es ist ja auch immer total interessant was es so alles im Internet gibt. Allerdings muss sich da etwas tun. Ich sollte umdenken. Schnellstmöglich. Morgen? Nein! Heute. Jetzt. Denn das sind die Dinge, die verschoben werden müssen.
(Ja, es handelt sich um eine Bekundung von Selbstmitleid! Na und?! Aufschreiben hilft. Erkenntnis und so. n_n)
Vergangenen Freitag war ich mal wieder bei den Leuten von Spürsinn. Die Einkaufsliste war überschaubar:
- 1x Ilford FP4
1x Ilford PAN F.
Beides S/W-Filme mit ISO125 bzw. ISO50 für die kleine, aber feine Nikon FE. Da ich die Filme über Twitter “vorbestellte”, begrüßte man mich direkt nett und freundlich, fragte wie es mir ginge, ob ich den Weg leicht gefunden habe und drückte mir die Filme in die Hand. »Den Weg gefunden? Du warst doch schon mal da?« Richtig, ich war schon mal da, allerdings nicht im neuen Hauptquartier. Im Hause Spürsinn gab es nämlich einen kleinen Umzug. Von einem relativ chaotischen und kleinen Raum auf dem alten Rolleigelände in Braunschweig, in ein relativ altes, aber doch schickes Gebäude an der Gifhorner Straße. Na ja, was soll ich sagen – Platz, Platz, Platz. Und die Pläne die sie dort in die Tat umsetzen wollen, unglaublich. Fantastisch. Dunkelkammern und so. Sie werden aber sicher noch in ihrem Blog drüber berichten.
(Klingt alles ziemlich schleimig und ich sollte aufpassen, dass ich nicht ausrutsche. Dennoch wird noch einiges an “Arschkriecherei” folgen.)
Ich wurde rumgeführt, mir wurden Pläne erläutert, Chemie erklärt, beigebracht wie Film hergestellt wird, die größte Kamera die ich bis dato gesehen habe gezeigt, viele lustige Geschichten über vergessene Entwicklerdosen und von Anrufen aus Dunkelkammern berichtet und einiges mehr. Ziemlich lustig alles, und interessant. Und man spürt die Begeisterung der beiden, für die Sache hinter der sie stehen mit jedem Wort, welches sie über ihr liebstes Thema verlieren. (Hach, rumschleim. Ist aber wirklich so. Fahrt vorbei, überzeugt euch selbst.) Schlussendlich wurde ich auch überzeugt, mir Chemie zu kaufen und dem Alchimisten in mir eine Chance zu geben. Meine Filme selbst entwickeln, einscannen und Abzüge davon machen. Bei Seminaren und so. Die bieten sie ja auch öfter mal an. Wobei ich das wohl doch eher alles zuhause machen werde und die Abzüge von Saal machen lasse. Jetzt bin ich seit gestern nur noch auf eBay unterwegs und verzweifle ein wenig bei der Suche nach einer Mittelformatkamera. Analog natürlich. Bis jetzt also noch nichts passendes gefunden. Mit der Kamera werd ich dann wieder in die Gifhorner Straße laufen, an der Tür zur ewigen Weisheit kratzen und auf Audienz hoffen. Auf das man mir erklärt, wie ich da einen Film einlege oder so. Denn die Leute dort haben einiges drauf. Bei meinem nächsten Besuch wird die Einkaufsliste deswegen wohl auch etwas länger. Vielleicht. Wahrscheinlich. Irgendwie so.
Am Ende wurde ich noch über ein kleines Projekt aufgeklärt: Die Polaroidisierung. Jeder Kunde der im Laden vorbeischaut, wird nach seinem Beutezug samt seiner Errungenschaften auf einem Polaroid festgehalten und an die »Wall of Fame« im Eingangsbereich der neuen Räume gepinnt. Die Idee entstand wohl 5 Minuten bevor ich eintrudelte, weswegen man dies auch gleich mal an mir ausprobierte. Da die neuen Filme von Impossible etwas brauchen um ein brauchbares Ergebnis zu liefern und während der Entwicklung dunkel gelagert werden müssen, konnte ich das Endresultat nur erahnen. Ihr seht es unten oder natürlich in der Gifhorner Straße.
