Heute war astronomischer Frühlingsanfang. Die Tage werden länger. Die Sonne scheint häufiger und der Himmel zeigt sich in einem wundervollen Blau. Die Blumen erwachen. Alles wird grün. Die gute Laune wächst exponentiell mit jedem Tag. Kurze Hose, keine Jacke mehr. Hach, das wird klasse.

Eine unsichtbare Kamera? Wie auch immer man dies zu verstehen hat. Chris Marquardt entdeckt seine Liebe zur analogen Fotografie wieder und entwickelt mit den Leuten von Spürsinn und Freunden vom Max-Planck-Institut eine neue Art von Pinhole. Terapixel. ISO 1/500. Entwicklung von Verschlusszeiten jenseits von 1/100000s. Lichtverstärkung.

Ich will nicht noch weiter vorgreifen, schaut euch einfach die Videovorstellung an. Es lohnt sich. Zu finden ist sie hier. Nun muss das Gerät getestet werden und dafür werden Fotografen mit dem unterschiedlichsten fotografischen Wissen gesucht. Bewerben kann man sich dafür ab dem 25. März. Einfach diesem Link folgen. Alles in allem ein ziemlich faszinierendes Projekt. Man darf gespannt sein.

Update. So, endlich komme ich mal dazu, noch etwas dazu zu schreiben. Also es stellte sich natürlich heraus, dass dies alles ein kleiner Scherz war, was eigentlich abzusehen war. Ein kleines Statement gibt es auf der Website.

If you were one of the skeptics who unmasked the Invisible Camera right away, we applaud you for your razor-sharp smarts.
If you realized what we did and participated on your blog or with your tweets, we deeply bow to you and profoundly thank you for helping us tell the story.
If you believed in our story, congratulations on being an openminded individual who still can dream and be amazed. That is a wonderful ability to possess.

Ich persönlich bin meistens jemand, der einer Sache zwar mit einer gewissen Grundskepsis begegnet, trotzdem aber daran glaubt, dass solche Dinge möglich sind und fasziniert davon ist, was es in unserer Welt noch alles zu entdecken gibt. Und meistens auch ein wenig neidisch, wieso ich nicht auf eine solche Idee kam.

Achtmillionenzweihundertvierundsiebzigtausendfünfhundertsiebenundzwanzig. Menschen in New York (City). Einer von ihnen hat sich zu einem atemberaubenden Projekt verpflichtet. Jason Polan. Er ist Künstler. Und er zeichnet. Portraits. Unbeobachtet, still. Er versucht dabei nicht im Weg zu stehen. Die Motive seiner Wahl hat Jason gefunden. Die Menschen New Yorks.

Jason will sie alle zeichnen. 8.274.527 Portraits (Stand: 2007). Angefangen hat er 2008. Tausende Gesichter hat er schon auf sein Papier gebannt. Stets seinem Ziel hinterherlaufend. New York ist eine wahnsinnig schnelle Stadt. Hektik und Unruhe beherrschen den Alltag. Die Menschen eilen von Termin zu Termin, von Platz zu Platz wie ein riesiger Schwarm Bienen, welcher von Blüte zu Blüte saust und hastig den Nektar aufsaugt.

Jason spricht die Menschen nicht an. Er zeichnet heimlich. Möchte die Natürlichkeit des Momentes festhalten. Ihn bewahren. Jede Skizze muss sitzen. Er hat nicht viel Zeit. Die Motive rauschen vorbei. Ob in der U-Bahn, im Restaurant, im Museum oder im Park, Jason zeichnet überall. Und versucht dabei stets unerkannt zu bleiben, denn er will keine in Szene gesetzten Bilder. Er spielt Verstecken.

Ich denke, er scheitern wird. Das Projekt ist einfach zum Scheitern verdammt. Und ich denke, er weiß es auch. Trotzdem ein mutiger und beeindruckender Schritt, sich so einer Aufgabe zu stellen. Doch allein für denn Fall, dass er pro Zeichnung etwa eine Minute benötigt, bräuchte er für alle Bilder etwa 16 Jahre. Und dann hat er noch nicht geschlafen.

Alle Bilder gibt es auf seinem Blog. Good luck, guy.

Flickr ist eine tolle Sache. Man kann sich stundenlang dort aufhalten. Bilder anschauen. Kommentieren. Bilder posten. Bilder von anderen Fotografen zu seinen Favoriten hinzufügen. Kontakte knüpfen und Kontaktlisten anlegen. Galerien erstellen und verwalten. Man kann durch Gruppen surfen. Gruppen von jungen deutschen Fotografen, über Gruppen zu einem bestimmten Objektiv oder einem Kameratyp, bis hin zu einigen für die verschiedensten Bildarten. Es macht Spaß. Man lässt sich inspirieren oder entspannt einfach nur nach einem langen Tag bei ein paar guten Bildern.

Aber was, wenn man seine Freude daran teilen will? Ich will anderen zeigen, welche Bilder ich toll finde. Nicht umsonst klicke ich deswegen öfter auf das kleine, leere Sternchen über einem Bild und lasse es mit dem Klick rosa aufleuchten. Ich füge Bilder zu meinen Favoriten hinzu. Gute Bilder. Schöne Bilder. Bilder die etwas in mir bewegen, die mich zum nachdenken bringen. Die, die mir gefallen.

So, flickr haben wir. Nun kommt das eigene Blog ins Spiel. Bis vor kurzem hatten eben diese Bilder einen schönen Platz auf genau diesem Blog. Sechs kleine, quadratische Thumbnails versuchten in der Sidebar Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und wie ich an den Klicks auf dem Blog sehen konnte, haben sie das teilweise auch geschafft. Viele wurden angeklickt, vergrößert angezeigt. Die Bilder erschienen zufällig. Alle mit einem Link zum Original. Immer sechs andere. Nicht immer, aber häufig. Mittlerweile sind es 265. (Diejenigen die sie sich anschauen wollen, mögen einfach diesem Link folgen.) Und täglich kommen zwei bis drei hinzu. Heute allerdings sind sie verschwunden. Für wie lange, das weiß ich noch nicht.

Der Grund dafür? Urheberrecht. Bevor ich die Bilder hier veröffentlicht habe, habe ich viel im Netz gelesen. Mal las ich, es sei erlaubt, mal wieder nicht. Man war sich überall nicht sicher. Viele Bilder stehen unter einer von vielen Creative Commons Lizenzen auf flickr, bei vielen ist allerdings auch der Zusatz All rights reserved zu lesen. Bei den CC-Lizenzen tritt man einige Rechte am Bild ab. Ein Beispiel wäre die Lizenz, bei der man das Werk veröffentlichen, vervielfältigen und öffentlich zugänglich machen darf, unter den Bedingungen, dass ich den Namen des Urhebers nenne, das Werk nicht für kommerzielle Zwecke nutze und es inhaltlich nicht verändere.

Das Veröffentlichen von Bildern unter einer CC-Lizenz ist also erlaubt. Je nach Lizenz mit einer oder mehreren Bedingungen. Wie sieht es aber mit den Bildern aus, bei denen sich der Urheber alle Rechte vorbehält? Ich las von einem Gerichtsurteil, bei dem eine Klage einer Künstlerin abgewiesen wurde, die dagegen klagte, dass ihre Bilder als Thumbnail im Internet veröffentlicht wurden. Heißt das nun, ich darf alle Bilder als Thumbnail auf meinem Blog veröffentlichen? Reicht ein Link zum Urheber aus, um das Bild auch in groß hier zeigen zu dürfen? Muss ich jeden Fotografen dessen Bild ich in meiner Favoritenliste habe und welches mit »All rights reserved.« gekennzeichnet ist, anschreiben und ihn um Erlaubnis bitten? Manchmal nerven mich diese ganzen Gesetze. Vor allem aber, dass man nirgends gescheite, bzw. überall sich widersprechende Informationen findet.

Kennt sich irgendjemand damit aus? Kennt irgendjemand jemanden, dessen Katze jemanden kennt, der sich damit auskennt? Ich wäre für jeden Tipp dankbar. Außer über denjenigen, ich solle meinen Anwalt dazu befragen. Wegen Nutzung urheberrechtsgeschützer Bilder eine Abmahnung oder Anzeige zu erhalten, wäre nämlich auch eher suboptimal. Ich will die Bilder aber trotzdem irgendwie auf meinem Blog zeigen. Die, die mir gefallen.

UPDATE. Folgende Situation würde mich auch interessieren. Ich finde ein total super klasse Portfolio von einem Fotografen. Nun möchte ich auf ihn und seine Seite verlinken, vielleicht noch kurz etwas dazu schreiben. Darf ich dann Bilder von seiner Seite in den Artikel einfügen? Natürlich wieder als Link und mit dem Zusatz, dass es sich um das Bild eben dieses Fotografen handelt?

UPDATE 2. Nach einer kleinen Audienz bei Jan-Niklas bin ich nun auch beim Nachtrag etwas schlauer. Diese Sache fällt wohl unter das Hotlinking und ist daher wohl nicht erlaubt. Also lieber um Erlaubnis fragen und dann einen Artikel darüber schreiben.

So, nach dem ersten Teil der kleinen Analogserie, hier nun Teil zwei. Bei dem dritten Bild auf dieser Seite ist scheinbar etwas bei der Ausbelichtung schief gelaufen. Die Brücke und die Person sind auf dem Negativ mittig, der schwarze Streifen am rechten Rand nicht da. Vielleicht gewinnt das Bild aber gerade dadurch noch etwas an Charakter.

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