Aber mal so richtig. Da denkt man, man fotografiert teilweise schon recht gut und das analoge Gedaddel klappt irgendwie auch ohne ordentlichen Belichtungsmesser, jedenfalls so Pi mal Auge. Und plötzlich wird einem regelrecht die Fresse poliert. Hinterhältig im Dunkeln. Und man befindet sich im Kampf mit dem Rotlicht. Oder vielleicht besser IM Rotlicht.
Gestern war ich so ziemlich das erste Mal komplett allein in der Dunkelkammer. Jedenfalls für’s erste. Und was macht man als naives Bürschchen in dieser Situation? Natürlich direkt das volle Programm, denn man hat ja so unglaublich viel Ahnung und es wird schon alles. Eine Gesamtbelichtungszeit einfach mal ausgedacht, Motiv scharf gestellt, auf Blende 8 abgeblendet weil ich das noch irgendwie so im Hinterkopf hatte, dass das schon irgendwie so klappen wird, Papierstreifen auf eine für mich wichtige Stelle im Bild gelegt, Gradationsfolie eingelegt, belichtet, neue Folie, belichtet, …, Papierstreifen in die Entwicklersuppe, Stoppuhr gedrückt, geschwenkt, irgendwie wurde das alles ziemlich dunkel und die Zeit lief und lief nicht ab, Stoppuhr piept, Papierstreifen in die Stopperplörre, Zangenwechsel, Papierstreifen in den Fixierer, Licht an, Puh.
Grütze.
Zweiter Versuch, alles wird besser. Denkste. Dritter Versuch. Vierter. Fünfter. Zwischenzeitlich neues Motiv weil man das alte in “groß” ausbelichtet hat, zwar nicht wirklich zufrieden ist, aber immerhin ist schon mal was drauf. Nächstes Motiv ging recht gut. Dachte ich. Erstmal Kekse essen und was trinken, durchatmen, sacken lassen. Neues Negativ. Von vorn.
Frauke grinste nur als sie mitbekam, dass ich mir Zeit, Blende etc irgendwie so ausdachte ohne es mal wirklich zu testen. Ein bisschen Hilfe hier, ein bisschen Hilfe da. Micha kam auch noch dazu. Irgendwie klappte vieles, vieles nicht.
Lessons learnt? Einige. Zum Beispiel, dass man einfach mal so fünf Stunden in der Dunkelkammer hocken kann und einfach nichts wirklich gutes auf Papier bringt. Dass man in der Dunkelkammer merkt, dass das mit dem richtigen Belichten und dem Fotografieren irgendwie doch alles nicht so knorke ist. Motive und Ausschnitt schon, Belichtung nicht so. Dass ein vernünftiger Belichtungsmesser her muss. Dass Dunkelkammerarbeit Krieg ist. Dass es Regeln gibt, aber irgendwie doch viel Anarchie im Raum steht. Dass … Und natürlich, dass nach dem Spiel, vor dem Spiel ist. Auf ein Neues; möge der Kampf beginnen und noch lange anhalten, denn wer will schon, dass auf Anhieb alles funktioniert?!
(Videolizenz: CC BY-NC-ND)
Also dieses tintype photography Zeug ist schon echt krass. Michael Shindler hat zusammen mit einigen anderen Fotografen ein kleines Studio namens Photobooth in San Francisco, wo eben unter anderem noch genau diese Art der Fotografie betrieben wird. Wirklich ziemlich, ziemlich cool.
Neulich brauchte meine Freundin irgendwelche super spannende Bücher und wie faule Studenten nun mal sind, bestellten wir sie bei Amazon. Natürlich bleibt es dann nie dabei und man schaut hier und da und dann sieht man natürlich das ein oder andere was man ja immer schon mal unbedingt haben wollte. Nun ja, bei mir war es die DVD von Inception. Eigentlich wollte ich nicht unbedingt die DVD besitzen, den Film aber doch noch mal schauen und da sie dort für 3,97€ rumlungerte, klickte ich sie in den imaginären Einkaufswagen.
Kurz vorweg: das Kinoerlebnis war definitiv besser, aber auch am heimischen Röhrenfernseher (er weigert sich einfach, kaputt zu gehen – vielleicht aber auch gut so) büßt der Film nicht viel von seiner Faszination ein.
Kurzum geht es darum, in den Traum des Erben eines riesigen Energiekonzerns einzudringen und ihm einen Gedanken einzupflanzen, der mal wieder die Welt rettet. Egal wie es auf den ersten Blick klingt, es ist absolut geil. Nicht nur, weil die bezaubernde Ellen Page Traumwelten erschafft oder die Idee des Traumes als bewusst-unbewusstes Erlebnis definiert und beschrieben wird, welches man nach Belieben steuern und ändern kann, sondern weil die Geschichte an sich so verstrickt ist, dass man längere Zeit darüber nachdenken kann und zu einigen verschiedensten Schlüssen kommt.
Bewertung: 5/5. Und zwar mit dicken Sternen dran.
(Videolizenz: CC BY-NC-ND)
Es gibt sie. Definitiv. Diese kleinen Juwelen, versteckt zwischen dem ganzen Schickimickiplastikmodeschmuck des Möchtegern. Die, die einen sprachlos zurücklassen, inspirieren, faszinieren. Die, die man sich immer wieder angucken muss, mit funkelnden Augen und grenzenloser Bewunderung. Die, die einem das wohlige Gefühl einer schönen Welt vermitteln. Oder eben auch ihre Fragilität. Über die man nicht immer unbedingt nachdenken muss, dies aber unweigerlich tut und genießt.
The Camera von Peter Lewis ist so ein Juwel. Ein kurzer Film, weniger als acht Minuten lang, vollgepackt mit Liebe, Mystery und Unendlichkeit. Schaut ihn euch an!
My mind is totally blown away…
Wenn man zuhause auszieht, gibt es wohl drei Wege, irgendwie an etwas zu Essen zu kommen. Entweder man holt sich irgendwelches Fertigzeug aus der Stadt oder lässt es sich vom Bringdienst um die Ecke bringen. Man könnte auch mit seiner Freundin/Frau zusammenziehen und sich jeden Tag etwas leckeres vor die Nase setzen lassen. Oder man lernt einfach kochen. Da ich zu Anfang keine andere Wahl hatte, da meine Freundin noch nicht mit hier eingezogen war und ich auch keine Lust auf ewiges Fastfood hatte, entschied ich mich gezwungenermaßen für die letzte Alternative. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich kochen kann, aber Nudeln machen ist ja bekanntlich auch kochen. Und da ich eigentlich schon immer gern gut gegessen habe und auch gern mal selber kochte, war die Entscheidung vielleicht von Anfang an gesetzt.
Gestern probierte ich dann mal wieder etwas aus, es hörte sich gut an und ich muss sagen, es schmeckte auch so. Und vor allem geht es doch recht schnell, es ist verhältnismäßig leicht und lässt sich sowohl als Vor- als auch als Hauptspeise verputzen. Die Zutatenliste ist recht kurz: Zucchini, getrocknete Tomaten, Parmesan, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Salbei, Parmaschinken, Olivenöl, Ciabatta. Nach Lust und Laune noch eine Zitrone, Oliven und ein paar Champignons.
Die Zucchini schräg in Scheiben schneiden, eine Knoblauchzehe halbieren und die Zucchini damit einreiben. Die getrockneten Tomaten klein schneiden. Olivenöl in die Pfanne und die Zucchini mitsamt der Tomaten anbraten. Man kann die beiden Hälften der Knoblauchzehe mit in das Öl legen, das gibt noch etwas mehr Geschmack. Nun den Schinken zerreißen oder schneiden und in die Pfanne geben. Danach den Salbei abzupfen, hacken und mit in die Pfanne geben. Hier gilt das Gleiche wie bei der Knoblauchzehe, denn auch die Salbeistängel können noch mit in das Öl gegeben werden. Nebenbei in einer zweiten Pfanne Olivenöl erhitzen und Ciabattascheiben darin anrösten.
Nun die Knoblauchzehe und die Salbeistängel rausnehmen und den Pfanneninhalt auf ein Küchenpapier geben, um überschüssiges Fett aufzusaugen. Alles auf dem Teller anrichten, mit Parmesan bestreuen und gegebenenfalls noch mit Salz und Pfeffer würzen.
In einer Extrapfanne hab ich vorher auch noch die Champignons angebraten und am Ende kurz in die Pfanne mit der Zucchini-Tomaten-Schinken-Mischung gegeben. Oliven passen gut dazu, allerdings etwas aufpassen, alles zusammen kann schnell sehr salzig werden, weshalb auch der Schinken nicht allzu lang in der Pfanne braten sollte. Zwischenzeitlich kann man auch etwas Zitronensaft in die Hauptpfanne geben oder eine Zitronenscheibe mit in das Fett legen um noch etwas mehr Frische zu bekommen.
Bei mir sah es dann so aus und schmeckte verdammt lecker. Dazu passt ein leckerer Weißwein und vermutlich kommt das Ganze auch supergut irgendwo an einer italienischen Küste, die ich leider nicht zur Verfügung hatte. Demnächst dann vielleicht.

© 2011-2012 christian rieck.